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Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS wird – neben der Fortsetzung ihres umfangreichen bestehenden Engagements – künftig sechs große Leuchtturm-Projekte auf den Weg bringen. Das hat das Kuratorium auf seiner Sitzung am 13. November 2023 beschlossen. Mit den neuen Vorhaben stärkt die Stiftung den Musikstandort Hamburg, wissenschaftlichen Nachwuchs, Forschungsvernetzung, gesellschaftliches Engagement und freien Journalismus und schult Schüler:innen im Umgang mit Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus. Dabei wird die Stiftung künftig noch intensiver mit anderen Stiftungen kooperieren und ihre Arbeit noch stärker mit ihren beiden Tochter-Institutionen Bucerius Law School und Bucerius Kunst Forum verzahnen.

Im Einzelnen freuen wir uns gemeinsam mit unseren Projektpartner:innen auf:

  • die Schüler:innen-Workshops „Gemeinsam wachsen“
  • das neue Doktoranden- und Stipendien-Programm „Ungewissheit"
  • Kompositionsaufträge im Bereich „Neue Musik“ mit dem „Ensemble Resonanz“ in Hamburg
  • das Projekt „Hamburg Contemporary. Academy and Music Festival" der Hochschule für Musik und Theater Hamburg
  • die Gemeinschaftsinitiative „Zukunftswege Ost“ zur Stärkung zivilgesellschaftlichen Engagements in Ostdeutschland
  • und „Publix“, das Kompetenzzentrum für Qualitätsjournalismus in Berlin

Schüler:innen-Workshops „Gemeinsam wachsen“
Im Rahmen der neuen Workshops der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS werden Probleme thematisiert, die an vielen Schulen trauriger Alltag sind: Diskriminierung, Ausgrenzung, Rassismus, Sexismus, antimuslimischer Rassismus, Antisemitismus. Dabei steht insbesondere der Kampf gegen den zunehmenden Antisemitismus, der vermehrt auch auf Schulhöfen oder in sozialen Netzwerken ausgetragen wird, im Fokus.

Die Workshops richten sich vornehmlich an Schulen des Mentoringprogramms WEICHENSTELLUNG und sollen junge Menschen zudem im Umgang mit der eigenen Identität, Diversität und Diskriminierung sensibilisieren. In einem ersten Schritt können interessierte WEICHENSTELLUNGs Partner-Schulen den für ihre Schüler:innen passenden Kurs aus einem bestehenden Portfolio (für Schüler:innen ab der 7. Klasse) auswählen und bei der Stiftung beantragen. Umgesetzt werden die Workshops ab Februar 2024 mit unterschiedlichen Partner-Einrichtungen wie „Bildung am Millerntor“ oder „MOSAIQ e.V.“ und speziellen Coaches.

Doktorand:innen-Programm „Ungewissheit“
Mit „Ungewissheit“ etabliert die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ein neues internationales und interdisziplinäres Stipendienprogramm, das Nachwuchs-Akademiker:innen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch Wirtschafts- und Rechtswissenschaften bei ihren Promotionen über Fragen gesellschaftlicher Entwicklungen und Zukunftssorgen unterstützt. Die geförderten Projekte sollen idealerweise Erkenntnisse und Orientierungshilfen liefern, die einen zielgerichteten Umgang mit dem Faktor „Ungewissheit“ ermöglichen. Neben den Stipendien geht es auch um den (Ergebnis-) Austausch zwischen den Disziplinen.

Das neue Stipendienprogramm knüpft an die vorherigen Dissertationsprogramme der Stiftung an, die ebenfalls thematisch fokussiert und international ausgerichtet waren. Mit einem Gesamtbudget von über 7,8 Millionen Euro in den vergangenen zwanzig Jahren haben die vergangenen Programme bereits mehr als 260 herausragende Geistes- und Sozialwissenschaftler:innen bei ihren Promotionen unterstützt. Gestartet ist die Promotionsförderung im Jahr 2000 mit dem deutschsprachigen Doktorandenprogramm für Osteuropa-Historiker:innen („Deutschland und seine östlichen Nachbarn – Beiträge zur europäischen Geschichte“), auf das bis 2023 drei englische Programme zu den Themen Migrationsforschung („Settling Into Motion“), europäische Nachbarschaft („Trajectories of Change“) und Grenzforschung („Beyond Borders“ ) folgten. Das neue Programm „Ungewissheit“ entsteht in Kooperation mit der Bucerius Law School und bekräftigt die Strategie der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, ihr Engagement und ihre Arbeit stärker mit der Hochschule zu verzahnen.


Neue Musik mit „Hamburg Contemporary. Academy and Music Festival“ und dem „Ensemble Resonanz“
Mit gleich zwei Projekten will die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS den Musikstandort Hamburg auch im Bereich „Neue Musik“ stärken und diese für ein interessiertes Publikum zugänglich machen. Das eine ist das Programm „Hamburg Contemporary“, das unterschiedliche Bausteine für Musikstudierende ebenso wie die Hamburger Öffentlichkeit bietet: Eine internationale Akademie, ein Festival, mehrtägige Meisterklassen und eine europaweite Vernetzung der Studierenden stärken den Nachwuchs.

Das zweite Förderprojekt sind die Kompositionsaufträge des „Ensemble Resonanz“. Das „Ensemble Resonanz“ ist eines der führenden Kammerorchester weltweit und begeistert durch seine Programmideen, die alte und neue Musik in lebendige Zusammenhänge setzen. Das besondere Vermittlungskonzept des Orchesters soll nun auch dafür eingesetzt werden, zeitgenössische Musik neuen Publikumsgruppen zu vermitteln. Dazu vergibt das Orchester künftig Kompositionsaufträge, die aktuelle Musik mit gesellschaftlichen Themen wie etwa Feminismus, Anti-Rassismus oder die Aufarbeitung von kolonialem Erbe verbinden. Insbesondere Schulklassen und Studierende sollen über Vermittlungsprogramme, Probenbesuche oder die Plattform „resonanz.digital“ angesprochen und so neue Zuhörerschaften erreicht werden. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Behörde für Kultur und Medien, der Kulturstiftung des Bundes und der Ernst von Siemens Musikstiftung realisiert und zahlt ebenfalls auf den Musikstandort Hamburg ein.

„Zukunftswege Ost“ zur Stärkung zivilgesellschaftlichen Engagements in Ostdeutschland
Politikverdrossenheit und Unzufriedenheit mit der deutschen Demokratie sind bei Menschen in den ostdeutschen Bundesländern messbar weiterverbreitet als in anderen Teilen Deutschlands. Gleichzeitig engagieren sich unzählige Ostdeutsche leidenschaftlich für das Gemeinwohl, unterstützen Geflüchtete beim Ankommen oder organisieren sich in Umwelt-, Heimat- oder Sportvereinen. „Zukunftswege Ost“, die neue Gemeinschaftsinitiative von Stiftungen, Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Netzwerken, Politik und Medien will beides aufgreifen und gezielt diejenigen stärken, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Gleichzeitig soll das Interesse politikverdrossener Menschen für die Demokratie wieder gestärkt, der gesellschaftliche Dialog insgesamt gefördert werden. Das Projekt unterstützt somit gezielt regionale Demokratieförderung und leistet einen Beitrag zur zivilgesellschaftlichen Resilienz.

Gründungs-Initiator:innen der Gemeinschaftsinitiative sind vier Stiftungen, für die Gemeinwohl und eine offene tolerante Gesellschaft zentral sind: neben der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS unterstützen die Cellex Stiftung in Dresden, die Stiftung Bürger für Bürger aus Halle und die Freudenberg Stiftung aus Weinheim an der Bergstraße die Gemeinschaftsinitiative. In Kooperation sollen Reichweite des Projekts und Wirkung vervielfacht sowie (regionalspezifisches) Knowhow gebündelt werden. Mit der engen Zusammenarbeit bei dieser Förderung unterstreicht die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ihre Gesamtstrategie, künftig noch stärker mit anderen Stiftungen zu kooperieren.

„Publix“, ein Haus für Journalismus
Mit „Publix“ fördert die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ein in Deutschland einzigartiges Projekt für Qualitätsjournalismus: Auf 6.000 qm entsteht in Berlin-Neukölln ein Haus für Journalist:innen, Redaktionen und NGOs mit Büro- und Veranstaltungsräumen, Co-Working Spaces und Studios, in dem – angelegt als Kompetenzzentrum – journalistisches Wissen und Ressourcen zusammengebracht werden. Ziel des Projekts und der Kompetenz-Bündelung an einem Ort ist es, journalistische Innovationen zu fördern, Strategien gegen Desinformation zu entwickeln und eine vielfältige, unabhängige Medienlandschaft in Deutschland und Europa zu stärken. Durch Veranstaltungen sollen die Themen zudem in die Öffentlichkeit getragen werden.

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