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© Victoria Tomaschko
ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und ifa loben Henrike-Naumann-Preis für Bildende Kunst aus

In Andenken an die am 14. Februar 2026 verstorbene Künstlerin Henrike Naumann (* 1984 in Zwickau) loben das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen und die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS dieses Jahr erstmals einen Preis im Bereich der Bildenden Kunst aus, der im Rahmen der Biennale Arte 2026 verliehen wird. Der Henrike-Naumann-Preis für Bildende Kunst ist mit 15.000 Euro dotiert, zuzüglich 5.000 Euro Produktionskosten für die Realisierung eines Kunstwerks im Rahmen einer Ausstellung in Hamburg, Berlin und ggf. weiteren Orten.

Henrike Naumann
war eine der bedeutendsten Stimmen der Gegenwartskunst und eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die mit konzeptioneller Präzision und analytischem Blick auf gesellschaftliche (Um-)Brüche die Kunstwelt nachhaltig geprägt hat. Zusammen mit der ebenfalls mit Hamburg verbundenen Künstlerin Sung Tieu gestaltete Naumann, kuratiert von Dr. Kathleen Reinhardt, vor ihrem Tod den Deutschen Pavillon der 61. Biennale di Venezia. Ab Oktober 2026 sollte Henrike Naumann eine Professur für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg antreten und den Kunst- und Wissenschaftsstandort Hamburg mit ihrer starken künstlerischen Perspektive bereichern.

„Der viel zu frühe Tod von Henrike Naumann hat uns tief erschüttert. Als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS haben wir ihrem geplanten Wirken in Hamburg voller Vorfreude entgegengeblickt“, sagte Manuel Hartung, Vorsitzender des Vorstands unserer Stiftung. „Mit dem nun ausgelobten Preis wollen wir Henrike Naumanns künstlerischen Ansatz zwischen Erinnerungskultur, politischen Bruchlinien und Gegenwartsfragen würdigen und ihr Wirken in die Zukunft tragen.“

„Der Henrike-Naumann-Preis würdigt und fördert künstlerische Positionen, die sich kritisch mit Gegenwartsfragen auseinandersetzen", kommentierte auch Gitte Zschoch, Generalsekretärin des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen, die Auslobung des neuen Preises. „Henrike Naumann ist hierfür ein wunderbares Beispiel. Sie reflektierte gesellschaftspolitische Probleme auf der Ebene von Design und Interieur und erkundete das Reibungsverhältnis entgegengesetzter politischer Meinungen im Umgang mit Geschmack und persönlicher Alltagsästhetik. Wir vermissen sie sehr und freuen uns, dass der nun ausgelobte Preis nach ihr benannt wird.“

Für professionelle Künstler:innen: Preis nimmt Transformation und Machtverhältnisse in den Blick 

Der Preis richtet sich an professionelle Künstler:innen und Kollektive in der Early- bis Mid-Career-Phase mit Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Deutschland, die sich bereits durch erste qualitätsvolle Arbeiten auszeichnen und deren Praxis einen Bezug zu gesellschaftlichen Transformationsprozessen aufweist. Ausgezeichnet werden insbesondere interdisziplinär arbeitende Positionen, die sich mit der deutsch-deutschen Geschichte oder transnationalen Zusammenhängen und ihren gesellschaftspolitischen Nachwirkungen auseinandersetzen. Darüber hinaus werden künstlerische Ansätze berücksichtigt, die sich abseits ausgetretener Pfade bewegen und eine besondere Sensibilität gegenüber bestehenden Machtverhältnissen im Kunstbetrieb erkennen lassen.

Der Henrike-Naumann-Preis wird vergeben durch das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen und gefördert durch die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Die Auswahl trifft eine Fachjury. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Der Preis wird erstmalig im November 2026 im Rahmen der Finissage des Deutschen Pavillons auf der 61. Biennale Arte di Venezia verliehen. Auch zur 62. und 63. Ausgabe wird der Henrike-Naumann-Preis erneut ausgelobt.

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